Telegrammstil…

 

Kurz gefasst…. die wichtigsten Nachrichten..

Der wenig kommunikative Teil der Mischpoke pflegt sich äußerst selten per Telefon und schriftlich zu äußern. Eigentlich nur einmal pro Jahr, nämlich im Sommer per Telefon , wenn der Überfall geplant wird und eben um diese Zeit schriftlich.

So erreichte uns kurz vor Weihnachten diese Familienchronik in Form eine Karte mit sehr schönem weihnachtlichen Motiv und folgenden Inhalts:

Tante Judula am 17. Juni verstorben.

Cousine Henriette heiratete am 6. Dez. ihren Heribert Gockel, heisst nun Gockel.

Vetter Heinrichs Frau Marie schwanger. Junge wird in Mai erwartet.

Frohe Weihnachten und guten Rutsch in Jahre Jahr 2017

Cousin August mit Ehefrau und Kindern

Das waren die familiären Nachrichten im Telegrammstil.. Ein Jahr und noch ein bisschen mehr in drei kurzen Zeilen.

Was erwartet nun die Sippschaft, fragten wir uns?

Tante Judula … ein wenig spät um noch zu kondolieren..oder? Ganz abgesehen davon , das wir bereits seit Jahr und Tag mit der Dame keinen Kontakt haben..

Cousine Henriette ist auch so ein Fall, wir kennen Herrn Gockel nicht, wussten bis uns die Karte erreichte nicht einmal von der Existenz dieses Herrn, wurden von ihr weder über die bevorstehende Trauung informiert, geschweige denn eingeladen…

Nun denn, da kann man getrost darauf verzichten, diesem neu hinzugekommen Teil der hässlichen Sippschaft zur Einheirat zu gratulieren und Cousinchen ? Die lässt schließlich die Neuigkeiten durch andere mitteilen melden, also auch nicht unbedingt ein Grund, auf diese Mitteilung zu reagieren..

Und was ist mit Heinrich? Heinrich ist Augusts Sohn, nur die angesprochene Dame ist uns leider eben sowenig bekannt.

Der Eintritt des Ereignisses wird ja auch erst im Mai erwartet

Also liebe Mischpoke, da werdet ihr denn noch ein wenig auf eine Reaktion warten müssen… zumindest liebe schreibfaule Sippschaft, bis ihr es fertig bringt uns offiziell entsprechend zu informieren…mit entsprechender Anzeige der Geburt….

was ja erst im Mai der Fall sein wird.

Wir werden dann eine entsprechende Reaktion überlegen… immerhin haben wir ja bis Weihnachten 2017 dazu Zeit…Wortgestoeber

Jahresendzeitstimmung

G´tt wer hat bloß die Mischpoche geschickt?

Pünktchen, die bisher der Meinung war Verwandte hat man .. Freunde muss man sich suchen, hat nun diese Meinung auch revidiert.

Die hässliche Sippschaft langweilt sich. Dagegen muss es doch eine Lösung geben ist sie der Meinung.Vor allem wenn man dann überlegt, man muss sich mit sich und den seinen nun in diesen Tagen länger beschäftigen. Was soll man sich bloß erzählen? Wenn alle Geschenke ausgepackt sind, alle gewünschten TV Filme bereits angesehen wurden, wird es langweilig. Sonst hat man ja solche Probleme nicht unbedingt. Zum Glück gibt es sonst Arbeit oder Schule. Aber jetzt?

Der Jahresendzeitfrust droht die Sippe in arge Schwierigkeiten zu bringen.

Da muss es doch eine Möglichkeit geben, überlegt die Sippschaft fieberhaft….. Keine Angst..Hilfe naht in Gestalt der Ahnherrin der unansehnlichen Bande.

Die greift zum Telefon und fragt nach etwas Honig um Mauls schmieren, ob die sonst so wenig beachtete und nicht unbedingt geliebte oder erwünschte Verwandschaft, sich denn vielleicht entschließen könnte… der Sippe mit Unterhaltung dienlich zu sein.

Sicher die Ahnin weis, das man sich seit Monaten nicht gemeldet hat ,auch nicht erreichbar war und eigentlich ruft man ja auch nur an damit die Verwandschaft ,wie seit Jahrzehnten gewohnt , auf Befehl der Sippenältesten, sich umgehend um diese schart. Dann wäre nämlich die Unterhaltung der Egoisten gesichert..

Nur leider manchmal haben auch solche Mischpochen kein Glück, die so oft missachtete Verwandschaft hat es vorgezogen, sich anderweitig zu orientieren.

Also steht nun doch Jahresendzeitfrust auf dem Programm..es sei denn man schafft es andere Mitglieder des Clans zu überzeugen diesen zu vertreiben…warten wir ab…

Wortgestoeber

 

 

Die Tante…. Familie …

 

 

Puenktchen meint immer Verwandte hat man .. Freunde muss man sich suchen.

Dafür hat man , wenn man sich Freunde gesucht hat und es die richtigen sind, Menschen um sich die den gleichen Sinn für Humor haben und die einem mit Sicherheit wohl gesonnen sind. Was man von der anderen Sorte so in den meisten Fällen nicht sagen kann. Eine verdammt hässliche Bande von Egoisten haben die meisten von uns , wenn wir ehrlich sind, als Verwandtschaft. Niemand hat sie sich ausgesucht sie sind da , meist permanent irgendwo im Hintergrund und bemühen sich sehr dem Rest der Familie ihre Meinung von Lebensart , Humor und richtigen Verhaltensweisen als das einzig wahre nahe zubringen. Wer von uns hat nicht schon gestöhnt, „das Weihnachten immer so schnell kommen muss“, das Fest an sich ist in den meisten Fällen nicht die Ursache, sondern das schon wieder Tante Friedas allein selig machende Meinung und Onkel Karls immer richtige Denkweise ertragen werden muss. Und nicht nur Weihnachten rückt dem der Pech hat die liebe Mischpoche auf den Pelz, nein wer von dem zweifelhaften Glück beschenkt wurde diese Bande auch noch in der Nähe wohnend zu haben, darf sich auch zu anderen Gelegenheiten ihrer nicht immer angenehmen Anwesenheit erfreuen.

„Nun gib Tante Frieda schon ein Küsschen“ hieß es früher wenn die unansehnlich Bande zu Besuch anrückt. Wer kann sich dessen aus seiner Kindheit nicht erinnern , wohl die meisten von uns. Und auch an das „nun spiel schön mit deiner Cousine“ man hätte diese dabei am allerliebsten in den Orkus entsorgt.

Dabei schwor sich wohl jeder von uns schon einmal, „wenn ich erwachsen bin ,werde ich als erstes Tante Frieda und ihre reizende Sippe auf nimmer wiedersehen entsorgen.“

Wenn es denn so einfach ginge. Nun sind wir erwachsen und Tante Frieda und ihre unansehnliche Bande , die ist uns erhalten geblieben , es kam sogar bei dem einen oder anderen noch mehr dazu…zum nicht gelinden Schrecken..

Und immer noch plagen wir uns , wenn wir vom Pech verfolgt werden ,Woche für Woche , aber ganz sicher an den großen oder kleinen Feiertagen , mit der unansehnlichen Bande und ihren immer noch nur schwer erträglichen Verhaltensweisen und mehr oder minder großen oder kleinen Gemeinheiten herum.Lautete früher eines der beliebten „Spiele“ „Ich bin aber mehr mit dem oder dem verwandt“ wenn es um den beliebteren Teil der Familie ging , auch „Nein,das Spielzeug kriegste nicht“ oder gar“Sieh mal was ich tolles neues habe ,das Du nie haben wirst“ so hat sich die verwandtschaftliche Nichtsnutzigkeit nun auf andere Ebenen verlagert, sie wurde subtiler, aber nicht weniger unfair. Ausgewachsen, als wir erwachsen wurden, hat sie sich in den meisten Fällen nicht. Immer noch wird fleißig konkurriert, wer hat den besseren Posten, den besseren Mann geheiratet, das größere Haus gebaut, oder wessen Kinder sind denn nun die unerzogensten in den kritischen Augen der Verwandtschaft. „Nein, mit Dir spreche ich nicht und wenn Du mit dem sprichst, dann schon gar nicht“. Heißt es dann auch mal. „ Du kannst doch nicht, wenn Tante Frieda ihren Geburtstagskaffee, hat arbeiten wollen…“ kommt auch empört. „Nein will nicht, darf /muss“ „Aber sieh dir doch mal den Charlie an, der ist Pilot, ( auch was besseres ,als die meisten Berufe der anderen Familienmitglieder ) und der kann es selbstverständlich ermöglichen, sich zu Tante Friedas Ehrentag frei zu nehmen“ bekommt man dann vorwurfsvoll zu hören. Tante Frieda sollte vielleicht ihren Geburtstagskaffee auf einen Tag und eine Uhrzeit verlegen, zu der man üblicherweise nicht arbeitet.

Wobei ich allerdings darum bitte, davon Abstand nehmen zu wollen, diese Aktivitäten ausgerechnet an Sonn- und Feiertagen zu erledigen  , da haben die meisten von uns gern etwas anderes vor , was natürlich Tante Frieda und Mischpoche nicht hindert auf vollzähligem Erscheinen zu bestehen.  In diesem Sinne ist es auch erstaunlich, wie ich bemerken darf, es scheint in den meisten Familien eine Hierarchie der Berufe zu geben,wobei nach einem undurchsichtigen System Punkte in der Wertschätzung des Berufes des einzelnen für die Mischpoche vergeben werden. Ganz oben auf der Skala der familiären Wertschätzung finden wir den Anwalt, Arzt oder Piloten. Etwa in der Mitte finden sich die Steuerfachleute und Handwerker, so diese einen für die restliche Sippe praktischen Beruf ausüben, die kann man ja gut für wohl der restlichen Sippenmitglieder einspannen. Ganz unten in der familiären Punkteskala der Wertschätzung finden sich solche Berufe wie Journalist, außer er/sie tummelt sich bei Funk und Fernsehen( dann kann die Mischpoche ja Freikarten abstauben und man kann mit dem Familienmitglied angeben), Kaufmann oder Marketingexperte, eigentlich logisch, die lassen sich auch schlecht für die restliche Sippschaft einspannen. Anders ist es nur wenn diese Berufe zufällig ein großes Unternehmen leiten, dann ist die Chance in der familiären Skala der Wertschätzung zu steigen ungleich größer.

„Nein , was für wundervolle selbst gestaltete Holzarbeiten Cousin Charlie, der doch immerhin Pilot ist, Tante Frieda immer wieder schenkt“tönt es aus berufenen Kreis der Sippschaft. Wobei Charlie nicht weiß , das andere wissen, das er die ach so gelobten Holzarbeiten in seinem örtlichen Dritte Welt Laden erwirbt.Ja , auch die Dritte Welt betreibt mittlerweile ihre Art von Massenherstellung und exportiert nicht nur in einen Dritte Welt Laden, so dass sogar die dusselige Verwandtschaft, die zu ihrer nicht geringen Freude kein Pilot ist, sondern „nur “ in Marketing oder kaufmännischen Bereich tätig oder als Handwerker unterwegs, diese Teile problemlos in ihrem Dritte Welt Laden entdecken kann.

Fast jeder von uns hat auch eine Cousine Hannelore, die ja so „wundervolle Torten backen kann“ wie Tante Frieda und ihre Sippschaft meinen. Mit Hilfe des örtlichen Konditors kann das allerdings wirklich jeder. „Meine Kinder essen nur Schokoladentorte“ kommt dann von Cousine Hannelore der entsprechende Kommentar. Stimmt sieht man auch. Und wo bleiben eigentlich die „wundervollen selbstgestrickten Strümpfe“ die Tante Frieda immer so großzügig an ihre Mischpoche verschenkt? Am schlauen Cousin Charlie und der Cousine Hannelore , „die ja ihre Kinder ganz allein erzieht“ ( Kunststück Hannelores Mann ergriff rechtzeitig vor der Mischpoche seine Angetrauten die Flucht, und ward seitdem nie mehr gesehen), sieht man die „guten“ Stücke jedenfalls nie.

So macht uns die unansehnliche Bande immer noch , wie zu unsere Kinderzeit das Leben schwer.

Das haben wir alles nicht bei den Freunden ,die wir uns selbst gesucht haben. Da hält sich die Konkurrenz in Grenzen, die Gehässigkeit, weil der eine dies und das nicht so macht wie man das seitens der anderen erwartet, fällt weg, man muss ja nicht, man kann, wenn man denn harmoniert zusammen sein.Sonst herrscht eben kürzer oder länger Funkstille.Wortgestoeber