Mr. Right und Fräulein Wichtig

 

Geboren und aufgewachsen in einer Gesellschaft in der bürgerliche Werte wie Höflichkeit, Freundlichkeit, der Respekt vor den Wünschen und Meinungen anderer eine allgemein geübte, selbstverständliche Regel des menschlichen Zusammenlebens war, stehen wir nunmehr, wie wohl viele unserer Generationen, erstaunt und fassungslos vor den Resten unserer bürgerlichen Existenz.

Es regieren Mr. Right und Fräulein Wichtig. Zwei wirklich häufig anzutreffende Typen der heute offensichtlich üblichen Regeln des vermeintlich „guten Benehmens“ , denn das sie gutes Benehmen haben das reklamieren diese Berufsegoisten ständig für sich. So ändert sich die Welt.

Beide Typen kann man nun bals überall antreffen. Ob im Haus oder im Geschäft. Oder ganz beliebt bei Fräulein Wichtig ….im Internet.

Da ist die Nachbarschaft, die Geld sparen möchte und das Licht im Keller löscht, obwohl deutlich erkennbar ist, es sind noch Mitbewohner im Keller.

Rücksichtslosigkeit ist hier Programm.

Im Gegenzug dazu regiert dann der der gelebte Egoismus. Mein Kind drückt gern Knöpfe, deshalb schaltet es am hellen Nachmittag das Licht im Treppenhaus an. Das steht ihm zu!

Ebenso ist es gelebte Egozentrik einen einmal getroffene Verabredung nicht pünktlich oder am liebsten überhaupt nicht einzuhalten. Darauf angesprochen kann man dann Sätze wie: „Weshalb sollte ich dem Wartenden Bescheid geben? Der andere merkt ja wenn ich nicht komme“ hören.

Angenehme Zeitgenossen, die so rigoros über die Zeit des anderen verfügen. Das ein solches verhalten nur auf Kosten des Mitmenschen möglich ist, wird in diesem Fall gern in Kauf genommen.

Egozentriker begegnen einem heute überall. Wobei der Begriff eigentlich für diese Zeitgenossen in ihrer rücksichtslosen Unhöflichkeit nicht ganz passend ist.

Die zahlreichen Verkäufer in Geschäften seien in diesem Zusammenhang auch genannt., die sich im Umgang mit den Kunden beklagenswerter Umgangsformen befleissigen.

Da ist obwohl Arbeitszeit und Arbeitsplatz der Wunsch nach Plannung der zukünftigen Freizeit oder die Besprechung der vergangenen Freizeitaktivitäten mit Freunden per Mobilphone wichtiger , als die Beratung der wartenden Kundschaft , für welche die Verkäufer ja eigentlich ihr gern genommenes regelmäßig monatlich gezahltes Gehalt erhalten.

Es scheint relevanter zu sein mit Kollegen den neuesten Tratsch auszutauschen, als hilfesuchenden Kunden freundlich Auskunft zu geben.Das ist oft Mr Rights Revier.

Und ach das so geliebte Internet. Es lebe die Egomanie. „Jeder ist sich selbst der nächste, da hat man es nicht so weit.“ Diese Erkenntniss scheint dort in vielen Fällen zu regieren.

Hinter dem Bildschirm kann man gut jegliche Regeln des ehemals in der menschlichen Gesellschaft üblichen „guten Benehmens „ ausser acht lassen. Diese Regeln sind ja auch ach so altmodisch. .

Da lebt so mancher gern sein zweites, sein wahres Ich aus. Warum freundlich sein, am besten ist es doch ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer, die eigenen allein seelig machenden Ideen zu verbreiten. Dann weis der andere gleich, wo er dran ist, wie er sich zu verhalten hat. Denn wer anders denkt ,eine andere Meinung hat, den macht man dann gleich gnadenlos nieder. Durch Beschimpfungen wird versucht ,den anderen eines vermeintliche bessern zu belehren. Das macht gern Fräulein Wichtig.

Eine gesellschaftliche Entwicklung die man alles in allem nur als beklagenswert bezeichnen kann. Von der man eigentlich nur hoffen kann, das sie bald einmal von der zur Zeit modischen Retrowelle erfasst wird, so das Höflichkeit, Freundlichkeit und die Akzeptanz anderer Meinungen, Wünschen und Lebensentwürfen gegenüber nicht nur von den Egomanen für die eignen Lebenswirklichkeit eingefordert werden, sondern auch gegenüber den Mitmenschen geübt werden. Das war nämlich früher üblich, damals war nicht nur die Mode das vorherrschende signifikante Zeichen einer Gesellschaft., auch ein gewisses Benehmen , allgemein anerkannte gesellschaftliche Regeln gehörten dazu.

Wortgestoeber

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Die erste Weihnachtskarte

 

 

Die Einschläge kommen immer näher…

Weihnachten steht sozusagen in den Startlöchern.

Nein, nicht nur Lebkuchenberge und Schokoweihnachtsmänner im Supermarkt. Das gibt es ja schon, kaum das die Sommerferien zu Ende sind.

Nein, der ganz normale Wahnsinn beginnt Formen anzunehmen.

Heute kam… die erste Weihnachtskarte. Eine Firma wollte ganz sicher , bestimmt die Erste sein. Nun es ist ihr gelungen. Soll ich ihr nun antworten?? Sie ist eindeutig die Erste! Applaus, Applaus!!

Aber auch sonst ,Wahnsinn hat Methode und ist mit Beginn der Weihnachtszeit eindeutig steigerungsfähig. Nur ist der Start immer früher.

Mir begegnen schon jetzt gestresste Mitmenschen, die ihren Frust bevorzugt an ihren Mitbürgern auslassen. So der Busfahrer, der ununterbrochen hupend hinter meinem Fahrrad herfuhr, das allerdings auf dem hierfür extra ausgewiesenen Teil der Straße fuhr.

Die Autofahrer, meist junge Männer wie ich beobachten kann, die an der roten Ampel so nah an den Randstein fahren, das ihrere Meinung nach , das Fahrrad dahinter belieben muss und dann empört hupen , wenn das Rad kurz nach links wechselt und sie in ihren stehende Strassenrennwagen überholt.

Gut war auch die Dame , die ich neulich in einem kleineren Lebensmittelgeschäft „erleben“ durfte.

Sie stellte ihren Wagen in den engen Gang, ging dann um sich ausgiebig ein Produkt zu betrachten. Wenn dann der Wagen verschoben wurde, eilte sie empört zurück, um ihn wieder an die „richtige „Stelle zu schieben. Das ging ein paar Mal so, dann explodierte sie, da leider ich diejenige war, die partout nicht bereit war demütig hinter ihrem Wagen zu warten, bis sie sich entschloss ihren Gang durchs Geschäft fortzusetzten, bekam ich auch die heftigen Grobheiten ab, die sie von sich gab, als nun leider nichts nach ihrem Willen ging.

Weihnachtsstress ? Schon jetzt? Es sieht ganz so aus..

Heute habe ich dann „falsch“ geparkt, nach Meinung der gestressten Mitmenschen.Ein ganz normaler mit weissen Strichen unterteilter Parkplatz. Kaum steht mein Auto und ich öffne die Tür um auszusteigen höre ich „Nein, hier können sie nicht stehen blieben“Warum? Mein Auto ist ein ganz normaler PKW und das ist ein ausgewiesener Parkplatz. „Wir kommen hier nicht raus , Verschwinden sie ,aber plötzlich“ Neben mir , durch zwei leere Parkplätze getrennt stand längs( man muss quer einparken) ein Gespann, Pkw und Anhänger, und blockierte gut drei Parkplätze.. als ich keine Anstalten mache nun aber rapide schnell mein Autochen zu entfernen, beginnt die Schimpfkanonade mit Grobheiten, was sich noch steigert, als ich ihnen sage dann müssen sie eben warten, bis ich zurück bin..

Weihnachtsstress??

So langsam beginne ich mich vor Weihnachten zu fürchten. Nicht vor dem Fest, sondern wie schlimm es noch wird in der voranschreitenden Vorweihnachtszeit. Welche Grobheiten sich gestresste Mitbürger noch einfallen lassen…

Wortgestoeber

Ein neuer Heiliger muss her….

 

Die Feuerwehr hat ihren Schutzheiligen, genauso wie die Autofahrer, die Kaufleute, wie auch die Ärzte. Eigentlich gibt es Schutzheilige für alle oder zumindest für fast alle…

Pünktchen und ich waren , was wir regelmäßig machen, im Theater. Boulevard diesmal.Komödie , nichts zum ernst nehmen, einfach nur nett.

Außer dem Stück, dass natürlich die Hauptunterhaltung bietet, ist es auch immer wieder erheiternd, Teile des Publikums, einige Besucher zu beobachten.

Diesmal war es ein ganz besonderer Spaß, der darin gipfelte, dass von jeglicher Kultur weit entfernte Besucher den Verlauf des Stückes, zum völligen Erstaunen der Schauspieler,mit gestalten wollten.

„Mensch, hau ihm endlich eine runter „tönte es auf einmal,mitten im ersten Akt. Aber das war nur der fulminante Höhepunkt dieses spannenden Abends, den einige Besucher uns boten.

Begonnen hatte die Inszenierung von Teilen des Publikums bereits, bevor das eigentliche Stück begann.

Einlass, es klingelt, mehrfach, wie in wohl allen Theatern.

Die Besucher strömen in den Saal. Eigentlich steht ja auf der Karte,welchen Eingang man zu nehmen hat und wo genau sich der Sitzplatz befindet. Ansonsten helfen die freundlichen Ordner gern.

Hier hörten wir dann Bemerkungen wie “Wenn wir hier nicht gleich reinkommen, probieren wir es am nächsten Eingang“ „Heinz, die ganzen Reihen vorne sind noch frei, lass uns uns beeilen , damit da noch einen Platz bekommen“

Hallo, ihr lieben ,möchte man ja diesen Mitmenschen sagen, schon mal gehört,anders als in manchen Kinos , im Theater sind die Plätze fest vorgegeben.

Das gab dann auch, wie ich später beobachten konnte, richtig Probleme für die Ordner,als die rechtmäßigen Besitzer dieser Plätze ihr Recht zum nicht geringen Erstaunen von „Heinz“ und seinen Mitstreitern , geltend machen wollten.

Interessant war auch, das trotz Garderobe dicke Jacken und Mäntel in die Vorstellung mitgenommen wurden, die dann zunächst ganz sorglos auf dem, das Stück war ausverkauft,auf demNebenplatz gelagert wurden, der dann nur unter Protest für seinen Besitzer geräumt wurde.Ist ja auch eine Unverschämtheit, darauf zu bestehen einen bezahlten Sitzplatz einnehmen zu wollen, wenn der Mitmensch da seine und seiner Sitznachbarn Mäntel und Jacken gelagert hat,oder? Da kann sich der Sitzplatzbesitzer doch gefälligst einen anderen Platz suchen.

Auch zahlreiche große Tüten bekannter Warenhäuser und /oder Bekleidungsgeschäfte wollten offensichtlich das Stück nicht versäumen. Deshalb ließen sie sich von ihren Besitzern mit in den Theatersaal tragen.

Einiger der Theaterbesucher gingen in ihrer Verwechslung von Kino und Theater soweit, das sie Bierflaschen und Gläser mit in die Vorstellung nahmen.

Wo bleibt die gute Erziehung kann man da nur fragen und darum bin ich für die Einführung einen neuen Schutzheiligen.

Schließlich müssen ja solche Mitbürger, wie wir sie im Theater erleben durften,dringend einen eigenen Schutzheiligen haben. Wer sollte sie sonst vor den teilweise fatalen Folgen ihrer Fauxpas bewahren?

Wortgestoeber