Herr ich rufe Dich an…..

…neues von der Sippschaft

 

Nun steht der große Tag von Tante Frieda ins Haus.. die schriftliche Einladung liegt vor, spät kam sie ,sehr spät., da ist der Zeitdruck groß.

Tante Frieda benötigt die ganze Woche ,um ihren großen Tag zu feiern, was für die meisten liebenden Anverwandten nicht so ganz einfach ist. Schließlich , wir sind fast alle berufstätig. Drücken gilt normalerweise nicht..es sei denn die Anreise ist eindeutig zu weit oder man hat wie ein gewisser Cousin Charlie das Glück… „leider leider der Dienst unaufschiebbar,  der Flieger fliegt nicht allein nach Hong Kong“….miese Ratte ,Verräter, Du, mein lieber Charlie wusstest ganz genau wann Tante Frieda wieder ihren großen Tag hat, aber wer Pilot ist kann sich drücken,wir anderen dagegen, uns ereilt das unausweichliche Schicksal, zumindest diejenigen die nicht ganz ganz weit weg wohnen und zu dieser ,von uns sehr beneideten, Gruppe gehören wir dummerweise leider nicht.

Zuerst einmal die Überlegung, was schenkt man, ist es so recht? Oder wird etwas anderes erwartet?

Wir haben uns für Blumen entschieden. Auch kein einfaches Unterfangen, denn Tante Friedas Mischpoche , die nun einmal unvermeidlich zu unserem Pech auch unsere Mischpoche ist, meint sehr anspruchsvoll zu sein. Da genügt es nicht einfach ein passendes Sträußlein zu erwerben, nein das erfordert schon größere Anstrengungen, genau muss überlegt werden welche Blumen, in welcher Anzahl , Farbe, womit gebunden, wie weiter dekoriert, Und nehmen wir nun das Glaspapier , das Frau Wortgestoeber als sinnlose Umweltverschmutzung empfindet, oder trauen wir uns und benutzen Papier?

Dazu kommt von einem weiter entfernt wohnenden Mitglied der Sippe wurden wir beauftragt auch für ihn bei Tante Frieda ein gutes Wort in Form eines Blumengebindes abzuliefern..

Nun Pünktchen überlegt seit Tagen…wo man welches Grünzeug vielleicht erwerben könnte.

Unsere Lieblingsfloristin schloss ,von uns ausserordentlich bedauert ,vor einiger Zeit ihr Geschäft, Sie ging in den wohlverdienten Ruhestand. Damals ,als es ihr Geschäft noch gab, war alles einfach. Ein Anruf, wohl eher ein Hilferuf und das Problem wurde von ihr gelöst. Man musste nur die Umstände, den gewünschten Stil und die Preisvorstellung mitteilen ,sowie eventuelle Animositäten bezüglich bestimmter Gewächse.. Das wars, hinfahren, bezahlen, abholen fertig. Seelige Zeiten. Nun müssen wir wieder selber denken, d.h.eigentlich das Pünktchen. Sollen es Rosen sein? Welche ? Große oder lieber doch mittlere, die man auf den Tisch stellen kann und trotzdem die Chance hat das Gegenüber noch zu sehen ? Welche Farbe? Oder doch lieber Nelken, aber sind die nicht zu billig? Nein Orchideen , der Vorschlag von Frau Wortgestoeber , die waren früher immer so praktisch, kommen nun ganz und gar nicht Frage, die hat heute jeder…

Vielleicht doch Gerbera?

Herr hilf!! aber beeil dich, sonst schaffen wir es nicht mehr bis zum Tag ..

„Und das Du an den Tagen“, ja wir sprechen von Tagen, „keine Termine verabredest ,die weit entfernt sind , sonst kommen wir vielleicht nicht pünktlich, wenn du in einen Stau kommst.“,wird Frau Wortgestoeber schon zum ungezähltem Mal vom besorgten Pünktchen ermahnt…

Und überhaupt ,man kann nicht nur mit Blumen da ankommen, meint das Pünktchen, also geht die Überlegung weiter, was dazu, eine CD , nein nicht das richtige ganz sicher treffen wir nicht gewünschten Musikgeschmack, ein Buch, die Ahnin ist betagt, das mit dem lesen … lassen wir es lieber..also fällt die Entscheidung zu Gunsten der immer passenden Pralinen.

Welche Sorte? Welche Firma? Welche Menge? Mit oder doch lieber ohne Alkohol?

Die Überlegungen des Pünktchen gehen hin ud her. Von der Confisserie? Handgemacht? Oder lieber doch eines der renomierten Fabrikate?

Herr, bitte hilf noch mal, sonst sehe ich kein Land am Ende des Tunnels..aber beeil Dich.

„Und überleg Dir, was Du anziehst“ mahnt das Pünktchen Frau Wortgestoeber „und lass das Auto waschen“ Nein das Auto ist nicht dreckig nur eben nicht frisch gewaschen und das geht doch nicht wenn die Sippe das unter ihrem strengen Blick beäugt.

Nein, Frau Wortgestoeber ist auch nicht schlampig oder schusselig angezogen, geht ja gar nicht wenn man ein Geschäft führt, das Problem des Punktes ist, es bestehen gute Aussichten das Frau Wortgestoeber es wieder einmal fertigbringt in Businessgarderobe auf zu treten, was selbstverständlich, bei der Mischpoche Anlass zu heftiger Kritik geben würde.

Herr, ich rufe Dich an ,mach das diese Tage an uns vorübergehen, schnell, bitte. Sonst…

Nun ,es wird Zeit ,Herr der Post, der Postwege, der Briefkästen und des Versandes mach das die angekündigte Karte noch rechtzeitig ankommt, damit wir sie an den auftragsgemäß zu besorgenden Blumenstrauss anheften können,viel Zeit ist nicht mehr…..Sonst muss so ein Teil auch noch besorgt werden…damit die weietr entfernt wohnende Mischpoche sich auch in entsprechend zu würdigendem Umfang der Tante Frieda empfehlen kann…es wäre ja ein Katastrophe wenn diese Karte nicht rechtzeitig ankäme und Frau Wortgestoeber gezwungen wäre, entsprechende würdigende Worte zu finden, um sie in Stellvertretung auf eine noch zu besorgende Karte zu schreiben.

Ein wenig Zeit ist noch…

Herr bitte, wenn es nicht zu viel verlangt ist, hilf nochmal, sonst wird diese Sache von Anbeginn an ein Katastrophe….Wortgestoeber

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Jahresendzeitstimmung

G´tt wer hat bloß die Mischpoche geschickt?

Pünktchen, die bisher der Meinung war Verwandte hat man .. Freunde muss man sich suchen, hat nun diese Meinung auch revidiert.

Die hässliche Sippschaft langweilt sich. Dagegen muss es doch eine Lösung geben ist sie der Meinung.Vor allem wenn man dann überlegt, man muss sich mit sich und den seinen nun in diesen Tagen länger beschäftigen. Was soll man sich bloß erzählen? Wenn alle Geschenke ausgepackt sind, alle gewünschten TV Filme bereits angesehen wurden, wird es langweilig. Sonst hat man ja solche Probleme nicht unbedingt. Zum Glück gibt es sonst Arbeit oder Schule. Aber jetzt?

Der Jahresendzeitfrust droht die Sippe in arge Schwierigkeiten zu bringen.

Da muss es doch eine Möglichkeit geben, überlegt die Sippschaft fieberhaft….. Keine Angst..Hilfe naht in Gestalt der Ahnherrin der unansehnlichen Bande.

Die greift zum Telefon und fragt nach etwas Honig um Mauls schmieren, ob die sonst so wenig beachtete und nicht unbedingt geliebte oder erwünschte Verwandschaft, sich denn vielleicht entschließen könnte… der Sippe mit Unterhaltung dienlich zu sein.

Sicher die Ahnin weis, das man sich seit Monaten nicht gemeldet hat ,auch nicht erreichbar war und eigentlich ruft man ja auch nur an damit die Verwandschaft ,wie seit Jahrzehnten gewohnt , auf Befehl der Sippenältesten, sich umgehend um diese schart. Dann wäre nämlich die Unterhaltung der Egoisten gesichert..

Nur leider manchmal haben auch solche Mischpochen kein Glück, die so oft missachtete Verwandschaft hat es vorgezogen, sich anderweitig zu orientieren.

Also steht nun doch Jahresendzeitfrust auf dem Programm..es sei denn man schafft es andere Mitglieder des Clans zu überzeugen diesen zu vertreiben…warten wir ab…

Wortgestoeber

 

 

Die Tante…. Familie …

 

 

Puenktchen meint immer Verwandte hat man .. Freunde muss man sich suchen.

Dafür hat man , wenn man sich Freunde gesucht hat und es die richtigen sind, Menschen um sich die den gleichen Sinn für Humor haben und die einem mit Sicherheit wohl gesonnen sind. Was man von der anderen Sorte so in den meisten Fällen nicht sagen kann. Eine verdammt hässliche Bande von Egoisten haben die meisten von uns , wenn wir ehrlich sind, als Verwandtschaft. Niemand hat sie sich ausgesucht sie sind da , meist permanent irgendwo im Hintergrund und bemühen sich sehr dem Rest der Familie ihre Meinung von Lebensart , Humor und richtigen Verhaltensweisen als das einzig wahre nahe zubringen. Wer von uns hat nicht schon gestöhnt, „das Weihnachten immer so schnell kommen muss“, das Fest an sich ist in den meisten Fällen nicht die Ursache, sondern das schon wieder Tante Friedas allein selig machende Meinung und Onkel Karls immer richtige Denkweise ertragen werden muss. Und nicht nur Weihnachten rückt dem der Pech hat die liebe Mischpoche auf den Pelz, nein wer von dem zweifelhaften Glück beschenkt wurde diese Bande auch noch in der Nähe wohnend zu haben, darf sich auch zu anderen Gelegenheiten ihrer nicht immer angenehmen Anwesenheit erfreuen.

„Nun gib Tante Frieda schon ein Küsschen“ hieß es früher wenn die unansehnlich Bande zu Besuch anrückt. Wer kann sich dessen aus seiner Kindheit nicht erinnern , wohl die meisten von uns. Und auch an das „nun spiel schön mit deiner Cousine“ man hätte diese dabei am allerliebsten in den Orkus entsorgt.

Dabei schwor sich wohl jeder von uns schon einmal, „wenn ich erwachsen bin ,werde ich als erstes Tante Frieda und ihre reizende Sippe auf nimmer wiedersehen entsorgen.“

Wenn es denn so einfach ginge. Nun sind wir erwachsen und Tante Frieda und ihre unansehnliche Bande , die ist uns erhalten geblieben , es kam sogar bei dem einen oder anderen noch mehr dazu…zum nicht gelinden Schrecken..

Und immer noch plagen wir uns , wenn wir vom Pech verfolgt werden ,Woche für Woche , aber ganz sicher an den großen oder kleinen Feiertagen , mit der unansehnlichen Bande und ihren immer noch nur schwer erträglichen Verhaltensweisen und mehr oder minder großen oder kleinen Gemeinheiten herum.Lautete früher eines der beliebten „Spiele“ „Ich bin aber mehr mit dem oder dem verwandt“ wenn es um den beliebteren Teil der Familie ging , auch „Nein,das Spielzeug kriegste nicht“ oder gar“Sieh mal was ich tolles neues habe ,das Du nie haben wirst“ so hat sich die verwandtschaftliche Nichtsnutzigkeit nun auf andere Ebenen verlagert, sie wurde subtiler, aber nicht weniger unfair. Ausgewachsen, als wir erwachsen wurden, hat sie sich in den meisten Fällen nicht. Immer noch wird fleißig konkurriert, wer hat den besseren Posten, den besseren Mann geheiratet, das größere Haus gebaut, oder wessen Kinder sind denn nun die unerzogensten in den kritischen Augen der Verwandtschaft. „Nein, mit Dir spreche ich nicht und wenn Du mit dem sprichst, dann schon gar nicht“. Heißt es dann auch mal. „ Du kannst doch nicht, wenn Tante Frieda ihren Geburtstagskaffee, hat arbeiten wollen…“ kommt auch empört. „Nein will nicht, darf /muss“ „Aber sieh dir doch mal den Charlie an, der ist Pilot, ( auch was besseres ,als die meisten Berufe der anderen Familienmitglieder ) und der kann es selbstverständlich ermöglichen, sich zu Tante Friedas Ehrentag frei zu nehmen“ bekommt man dann vorwurfsvoll zu hören. Tante Frieda sollte vielleicht ihren Geburtstagskaffee auf einen Tag und eine Uhrzeit verlegen, zu der man üblicherweise nicht arbeitet.

Wobei ich allerdings darum bitte, davon Abstand nehmen zu wollen, diese Aktivitäten ausgerechnet an Sonn- und Feiertagen zu erledigen  , da haben die meisten von uns gern etwas anderes vor , was natürlich Tante Frieda und Mischpoche nicht hindert auf vollzähligem Erscheinen zu bestehen.  In diesem Sinne ist es auch erstaunlich, wie ich bemerken darf, es scheint in den meisten Familien eine Hierarchie der Berufe zu geben,wobei nach einem undurchsichtigen System Punkte in der Wertschätzung des Berufes des einzelnen für die Mischpoche vergeben werden. Ganz oben auf der Skala der familiären Wertschätzung finden wir den Anwalt, Arzt oder Piloten. Etwa in der Mitte finden sich die Steuerfachleute und Handwerker, so diese einen für die restliche Sippe praktischen Beruf ausüben, die kann man ja gut für wohl der restlichen Sippenmitglieder einspannen. Ganz unten in der familiären Punkteskala der Wertschätzung finden sich solche Berufe wie Journalist, außer er/sie tummelt sich bei Funk und Fernsehen( dann kann die Mischpoche ja Freikarten abstauben und man kann mit dem Familienmitglied angeben), Kaufmann oder Marketingexperte, eigentlich logisch, die lassen sich auch schlecht für die restliche Sippschaft einspannen. Anders ist es nur wenn diese Berufe zufällig ein großes Unternehmen leiten, dann ist die Chance in der familiären Skala der Wertschätzung zu steigen ungleich größer.

„Nein , was für wundervolle selbst gestaltete Holzarbeiten Cousin Charlie, der doch immerhin Pilot ist, Tante Frieda immer wieder schenkt“tönt es aus berufenen Kreis der Sippschaft. Wobei Charlie nicht weiß , das andere wissen, das er die ach so gelobten Holzarbeiten in seinem örtlichen Dritte Welt Laden erwirbt.Ja , auch die Dritte Welt betreibt mittlerweile ihre Art von Massenherstellung und exportiert nicht nur in einen Dritte Welt Laden, so dass sogar die dusselige Verwandtschaft, die zu ihrer nicht geringen Freude kein Pilot ist, sondern „nur “ in Marketing oder kaufmännischen Bereich tätig oder als Handwerker unterwegs, diese Teile problemlos in ihrem Dritte Welt Laden entdecken kann.

Fast jeder von uns hat auch eine Cousine Hannelore, die ja so „wundervolle Torten backen kann“ wie Tante Frieda und ihre Sippschaft meinen. Mit Hilfe des örtlichen Konditors kann das allerdings wirklich jeder. „Meine Kinder essen nur Schokoladentorte“ kommt dann von Cousine Hannelore der entsprechende Kommentar. Stimmt sieht man auch. Und wo bleiben eigentlich die „wundervollen selbstgestrickten Strümpfe“ die Tante Frieda immer so großzügig an ihre Mischpoche verschenkt? Am schlauen Cousin Charlie und der Cousine Hannelore , „die ja ihre Kinder ganz allein erzieht“ ( Kunststück Hannelores Mann ergriff rechtzeitig vor der Mischpoche seine Angetrauten die Flucht, und ward seitdem nie mehr gesehen), sieht man die „guten“ Stücke jedenfalls nie.

So macht uns die unansehnliche Bande immer noch , wie zu unsere Kinderzeit das Leben schwer.

Das haben wir alles nicht bei den Freunden ,die wir uns selbst gesucht haben. Da hält sich die Konkurrenz in Grenzen, die Gehässigkeit, weil der eine dies und das nicht so macht wie man das seitens der anderen erwartet, fällt weg, man muss ja nicht, man kann, wenn man denn harmoniert zusammen sein.Sonst herrscht eben kürzer oder länger Funkstille.Wortgestoeber