Du oder Sie?

 

Angeregt vom plietsche Jung, der in einem Post „Interessanter Trend“ den Verlust der Höflichkeit beklagt, möchte ich einfach ein paar eigene Anmerkungen hinzufügen.

Ich ärgere mich nämlich bereits seit Jahren über den zunehmenden Verfall des „guten Benehmens“ und die damit einhergehende geänderte Begrifflichkeit mancher Worte.

So finden anscheinend viele Mitbürger offensichtlich nichts dabei, wenn eine Politikerin , Fraktionsvorsitzende und zukünfigte Parteichefin, wie Andrea Nahles Begriffe wie „Bätschi“ und „morgen kriegen sie auf die Fresse“ in aller Öffentlichkeit verwendet.

Im Rheinland verwendet man die Begriffe „Fräuchen“ und „Määdsche“,früher waren das nette, fürsorglich gemeinte Begriffe, die übrigens anders als die Begrifflichkeit vermuten lässt, für Damen im Alter von 15 bis 99 Jahren ,Verwendung fanden.

Heute ist eine eklante Veränderung der Definition dieser Begriffe zu beklagen, wenn eine Frau mit solchen Begriffen heute belegt wird, sit das eindeutig als Beliedigung aufzufassen.
Zur Vervollständigung sei erklärt die früher liebevoll, freundliche gemeinten Begriffe „Jung“ und „Büb“ für Herren im Alter von 15 bis 99 Jahren, haben sich in der Sprache nicht erhalten. Bemerkenswert oder?

Genauso erfuhr das „ Du“ und „Sie“ einen Wandel.War es früher üblich einen fremden Menschen mit „Sie“ anzusprechen, hat nun zunehmend das „Du“ Einzug gehalten. Sicher, es war früher schrecklich steiff, aber die heutige „Lässigkeit“ nimmt zunehmend nicht mehr hinnehmbare Formen an.

Beruflich habe ich ständig mit dem Problem „Du“ oder „Sie“ zu tun. Besonders in verbreitet ist es in Handel, Dienstleistung und sehr auffallend in der Gastronomie.

Was soll man erwarten, wenn sich selbst internationale Firmen nicht entblöden im Internet ihre Kundschaft frech zu duzen. Achten Sie einmal darauf, wenn Sie das nächste Programm installieren, die nächste Bestellung im Internet aufgeben. Es ist sehr wahrscheinlich , daß Sie hierbei gedutzt werden.

Im Verhältniss Kundschaft zu Verkäufer finde ich es allerdings äusserst unhöflich einfach „Du“ zu sagen.

Wenn ich eine Geschäft betrete, eine Firma anrufe, bin ich Kundin und möchte mit Respekt behandelt werden. „Du“ zeugt nicht unbedingt von respektvoller Behandlung. Mein Vater meinte immer“ ich habe mit diesen Menschen nicht im Sandkasten gespielt“ wenn er gedutzt wurde.

Heute ist es leider in vielen Fällen schon heikel, sich das gedutzt werden zu verbitten.

Kommentare wie „mach Dich mal locker“ oder ähnlich sind dann in solchen Fällen durchaus an der Tagesordnung .Denn der Verkäufer ist ehrlich empört und entrüstet , sogar beleidigt, er ist so aach so höflich.

Die folgende heftige Ermahnung des Vorgesetzten ob solchen benehmens oder gar die Abmahnung im Wiederholungsfall, das empfindet der Verkäufer oft als persönliche Beliedung und reagiert dann entsprechend.

Wenn also Kunde nicht auffallen will, bleibt nichts anderes übrig als die unhöfliche Behandlung hinzunehmen. Den sonst wird sich möglichst noch bei anderen Kunden Unterstützung für das“ vermeintliche, höfliche , freundliche Benehmen“ des Verkäufers gesucht.

Armes Deutschland, wo steuerst Du hin?

Werden wir nun mehr eine Republik der Unhöflichkeit?

Das englische „You „ heisst zwar ind er Übersetzung „Du“ ist aber meist ganz anders gemeint. Odre glauben diese dutzenden Mitbürger wirklich der normale Brite würde seine Königin ganz familiär mit „Du“ anreden?

5 Gedanken zu “Du oder Sie?

  1. Dem kann ich nur zustimmen !

    Was aber noch viel schlimmer ist, ist der konstante Verfall der deutschen Sprache, bedingt durch Migranten. Ghetto Sprache, übelster Auswurf von Grammatik und Vokabular, das Fehlen von bestimmten und unbestimmten Artikeln. Das ist urbanes und heute schon reales Umfeld, aber du weißt ja, jeder blamiert sich selbst am besten.

    Dagegen ist das Duzen noch harmlos. Ich weise gern darauf hin und ich mache mich nicht locker.

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    • Stimmt , schlimm finde ich , das Langenscheidt vor ein paar Jahren ein Wörterbuch dre Ghettosprache herausgebracht hat, damit wird dem Verfall doch noch Vorschub geleistet.
      Oder hast Du mal aufmerksam die Werbung gelesen? Dort ist die Sprache auch… unmöglich , ob nun englisch oder deutsch, es sei nur an „Börsday“ von Mc D. und „-ich“ von der Post erinnert.
      Schönes Wochenende
      LG Wortgestoeber

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  2. „Man“ sieht es immer lockerer und denkt sich nichts dabei. Durch die permanente Konfrontation mit dieser vernachlässigten Art der Sprache frage ich mich manchmal, ob ich mit dem vor Jahrzehnten Gelernten so völlig falsch liege. Wie absurd…
    Ich kann Euch bzw. Ihnen beiden da nur zustimmen.
    Und wie Frau Nahles sich äußert? Ich weiß nicht, wen sie damit erreichen will… Mich jedenfalls nicht.
    Die Sprache verfällt wie die Sitten…. Frauen entblößen sich auf dem roten Teppich und klagen gleichzeitig über Sexismus. Aber das ist eine andere Geschichte.

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  3. Ich bin ein Leben lang während meiner beruflichen Tätigkeit mit dem Sie besser zurechtgekommen als mit dem heutigen Du im Internet. Es hat natürlich mit dem Internet zu tun, dass sich das Du eingebürgert hat. Im wirklichen Leben bei mir eigentlich nicht. Leute die ich gut kenne und lang kenne duze ich und sie mich auch. Die übrigen werden mit Sie angesprochen, selbstverständlich.

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