EWG – EU = Brexit

 

Früher gab es die EWG. Europäische Wirtschaftsgemeinschaft.

Da war auch Großbritannien Mitglied. Mit der EWG hatten sich verschiedene Staaten zusammengetan um miteinander Handel zu treiben, ohne Zölle. Mit freiem Kapitalverkehr und gemeinsamer Handelspolitik gegenüber Drittstaaten. Grenzen gab es trotzdem. Immer wenn wir ins westliche Ausland fuhren, überquerten wir eine Grenzstation. Man fuhr langsam an einem meist wenig interessierten Zöllner vorbei. Nicht weiter aufregend. Auch als die EWG sich  in die EG verwandelte , gab es kaum Änderungen. Sie wuchs, die EG , neue Staaten kamen hinzu.

Dann  kam die EU und die wuchs weiter. 28 Mitgliedstaaten waren es letzte Woche.Nun werden es in zwei Jahren nur noch 27 sein. Die Briten möchten gehen, das haben sie letzte Woche so entschieden. Der Jammer ist groß.

Mit dem Ausstieg Großbritanniens fällt ein erheblicher Teil der Finanzierung weg.Die EU ist so gewachsen , das viele Staaten sie als Möglichkeit sehen, ihre Finanzen aufzubessern.Die einen zahlen und die anderen kassieren, eine gängige Praxis, dabei möglichst ohne etwas für die EU zu tun.

Griechenland ist in diesem Zusammenhang ein Sonderfall. Sicher es wird von der EU großzügig unterstützt, kann ohne diese Hilfe im Augenblick nicht überleben. Aber dafür tun die Griechen auch eine Menge für die EU. Dieser kleine , arme Staat wird von Flüchtlingen , echten und solchen die es gerne wären, regelrecht überschwemmt. Die bemüht sich Griechenland alle ,so weit es in seinen Mitteln steht, angemessen zu versorgen,nachdem es sie mit Hilfe und Unterstützung seiner EU Partner aus dem Wasser gezogen hat.

Aber nun zu den anderen Nettoempfängerstaaten der EU, die werden nun ihre Forderungen an die Kasse der EU vermindern müssen. Denn wo es weniger zu verteilen gibt, bekommt man auch weniger.Viele dieser Nettoempfängerstaaten sträuben sich auch ganz energisch, sich an der Aufnahme von Flüchtlingen zu beteiligen.Das sollen bitte, nach ihrer Meinung, ein paar Länder vorzugsweise Nettozahlerstaaten übernehmen.

Nun ist Großbritannien auf dem Weg die EU zu verlassen. Sie haben abgestimmt, die Briten, wie es in ihrer Jahrhunderte alten Demokratie üblich ist und sich dagegen entschieden.

Bei Interviews liest und hört man immer die Briten möchten nicht von diesen Einwandererfluten überschwemmt werden. Sie möchten selbst entscheiden, wer in ihr Land zu welchen Konditionen herein darf.. . Es gibt ja keine Grenzkontrollen mehr. Die Briten möchten sich in ihrem Land nichts von anderen Ländern vorschreiben lassen.

Da wird darüber diskutiert, das in der Hauptsache ärmere Bevölkerungsschichten gegen die EU abgestimmt haben. Es überlegt sich bei all dem aber kaum jemand der sich so äußert, es gibt in allen Ländern mehr Menschen ,die mit ihrem Einkommen haushalten müssen, als es Menschen gibt, die so viel verdienen , das sie sich alle Wünsche erfüllen können. Die meisten von uns müssen für ihr Geld arbeiten, überlegen sorgsam , ob sie sich das Haus oder die Miete für die Wohnung in dem Stadtteil, den sie sich wünschen leisten können und schließen dann Kompromisse, die ihrem Portemonnaie angemessen sind, so ist es auch bei den Briten.

Wenn dann die Stadtteile oder Orte die sich die Menschen leisten können, auch noch von Einwanderern mit ganz anderen Lebensentwürfen und Gewohnheiten,  bevölkert werden, fühlen sich viele Einwohner wie Fremde im eigenen Land. So geht es vielen Briten, denjenigen aus den meisten Bevölkerungsschichten, die mit ihrem Einkommen rechnen müssen und immer mussten.  Das denke ich, erklärt auch weshalb viele ältere Briten gegen die EU gestimmt haben. Diese Generation hat erlebt , wie nach dem WWII alles wieder aufgebaut werden musste, wie viele Jahrzehnte das gedauert hat und nun kommen die Einwanderer beanspruchen vieles für sich. Sie haben aber nichts für die Entwicklung des Landes getan, ob sie mal etwas dafür tun werden, weiß man nicht.Im Augenblick sieht es eher so aus, als würden sie nur die Länder mit ihren gesellschaftlichen Strukturen und Regeln nach ihren Wünschen umbauen wollen und die Menschen sollen sich nach ihnen, den Neuen richten. Das möchten die Briten so nicht, da ist es verständlich, das sie den Brexit vorziehen und wieder selbst in ihrem Land bestimmen möchten, was sie nun wie möchten. Sie möchten bestimmen wie viel Steuern sie auf was bezahlen und wofür das Geld dann letztendlich ausgegeben wird.  Großbritannien ist  nicht billig in den Lebenshaltungskosten. Die EU sollte sich nachdem das nun passiert ist, vielleicht überlegen, ob sie sich nicht auf die „alten“ ursprünglichen Tugenden der EWG zurückbesinnt. Die Grenzkontrollen haben uns damals nicht geschadet. Die Staaten hatten die Chance herauszufinden , wer in ihr Staatsgebiet kam und ob sie den da haben wollten. Wir können zusammen Handel treiben, aber vielleicht wäre es übersichtlicher, wenn die einzelnen daran beteiligten Staaten mehr Selbstbestimmung und weniger Regeln der EU hätten. Vielleicht ist Europa einfach noch nicht so weit für die „Vereinigten Staaten von Europa“ und die Bürger von Großbritannien haben uns das letzte Woche eindrucksvoll gezeigt.

Wortgestoeber

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2 Gedanken zu “EWG – EU = Brexit

  1. Die Europäischen Staaten sind noch lange nicht soweit, eine Europäische Regierung zu akzeptieren.
    Nun kommen noch die armen Balkanstaaten dazu und ein Financier fällt weg.

    Gute Nacht EU !

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