Ey , Alter voll krass, nicht…

Pünktchen und ich waren in der Oper. Don Giovanni. Über die Qualität kann ich nichts sagen, da versteh ich zuwenig von,  schön wars.

Aber halt, von Anfang an.

Also Oper heißt in diesem Fall die Kölner Oper, ( wir wohnen im Rheinland so günstig , wir dürfen uns zwischen verschiedenen Städten und Häusern entscheiden) diesmal also Mozart Don Giovanni.. Die Kölner Oper wird seit ein paar Jahren saniert, weshalb das Ensemble jede Spielzeit ein anderes Ausweichquartier hat. Diese Jahr ist es das Staatenhaus in der Messe.

Man hat sich sehr bemüht , muss ich sagen. überall rot gekleidete „Führer“ der Oper , die dem Publikum den richtigen Weg zu Plätzen ,Garderobe und allem was man sonst noch so braucht weisen. Sehr angenehm. Sicher die Stühle… mein Rücken lässt ausrichten, er überlegt Schadenersatz zu beantragen…also nicht so unbedingt das ,was sich der Besucher wünscht.

Das Bühnenbild, nun die Oper hat einfach reichlich längs- und quersprossige Edelstahlgitter als Bühnenbild verwandt. Sie hat etwa die halbe Tagesproduktion eines Gitterherstellers aufgekauft. Schreibtisch und Chefsessel mit Rollen vervollständigten dann das Bühnenbild.

Don Giovanni braucht kein Fitnessstudio, das hat der Darsteller allabendlich in der Vorstellung, wenn er die meiste Zeit irgendwo auf dem Gitter herumturnt.

Eine der besten Szenen war, als das Orchester teilweise direkt auf der Bühne stehend zum Tanz aufspielte. Aber auch eine andere Art Vorstellung  war wieder, wie soll es anders sein , erheiternd.Das Publikum, das heißt einige Besucher lassen uns doch eigentlich nie im Stich.

Zunächst einmal musste die Oper die Besucher“entwaffnen“denn einige waren der Meinung , sie seien wohl beim Karneval und hatten deshalb entsprechend große „Kamelenbüggel( Bonbonbeutel) in Form riesiger Rucksäcke mitgebracht. Die sollten natürlich mit auf den Platz, was die Oper zu verhindern wusste.

Das man Plätze auf den Karten zugewiesen bekommt und sich nicht setzten kann wo man mag, war für einige Besucher auch wieder ein, ihnen völlig unverständliches, Phänomen.

Am niedlichsten war diesmal das Aufeinander treffen von konventionellen Opernbesuchern in entsprechender Gesellschaftskleidung( die Minderheit) mit der mehrheitlich Jeans- Parka-T-Shirt tragenden Fraktion, die möglichst das Haupt mit wenn gepflegt aussehenden Langhaar mit einer sogenannten „Beanie“ Mütze verschönte.

„Ey ,Alter voll krass“hörte ich einen, nun nennen wir ihn „Berufsjugendlichen“ etwa 30jährigen Jeans- Beanie- Mützen Träger zu einem etwa 70 jährigen , in korrekter Gesellschaftskleidung ( schwarzer Anzug, Hemd, Fliege) auftretenden Herrn sagen , während er ihn verwundert betrachtete.

„Voll krass“, ja so könnte man auch das Erscheinen und Benehmen einiger Besucher nennen. Pünktchen und ich führen in solchen Fällen gern , nur zu unserer Unterhaltung, eine „best gekleideten und eine schrecklich gekleideten „Liste.  Platz eins und Platz zwei nahmen in diesem Fall in der“ best gekleideten Liste“ die Direktorin der Oper, sowie die Darstellerin der Donna Elvira ein. Beide in chicer Abendgarderobe. Die Liste mit „schrecklich gekleidet“ gaben wir bald auf, es gab zu viele Aspiranten.

Wortgestoeber

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